Rätselsprache verstehen: typische Formulierungen
Kreuzworträtsel haben ihre eigene Sprache. Kurze Zusätze in der Frage legen fest, welche Art von Antwort gesucht ist. Wer sie richtig deutet, findet die Lösung schneller und vermeidet falsche Einträge.
Synonyme und Gegenteile
Die häufigste Frageform sucht ein Wort mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung. Formulierungen wie „anderes Wort für“, „Synonym für“ oder einfach ein einzelnes Wort als Frage bedeuten dasselbe.
- anderes Wort für Auto: WAGEN
- anderes Wort für Gefängnis: KNAST (umgangssprachlich) oder HAFTANSTALT
- Gegenteil von hell: DUNKEL
- Gegenteil von Anfang: ENDE
Achten Sie auf die Wortart: Ist die Frage ein Verb wie „sprechen“, ist auch die Antwort ein Verb, etwa REDEN – nicht REDE.
Stilangaben: „ugs.“, „geh.“, „landsch.“
Abgekürzte Stilangaben zeigen, aus welcher Sprachebene die Lösung stammt. Sie sind ein starker Hinweis, denn das naheliegende Standardwort ist dann fast nie richtig.
- ugs. (umgangssprachlich): ugs. für Geld – KOHLE, KNETE oder ZASTER
- geh. (gehoben): geh. für Pferd – ROSS
- landsch. (landschaftlich): landsch. für Brötchen – SEMMEL (vor allem in Süddeutschland und Österreich) oder SCHRIPPE (in Berlin)
- veraltet: ein Wort, das heute kaum noch verwendet wird
Teil, Art und Kategorie
Viele Fragen verlangen keinen gleichbedeutenden Begriff, sondern einen Bestandteil oder ein Beispiel aus einer Gruppe.
- Teil des Baumes: AST, STAMM, WURZEL oder KRONE
- Baumart: EICHE, BUCHE, LINDE oder ESCHE
- Tonart: DUR oder MOLL
- griechischer Buchstabe: zum Beispiel PI, RHO, BETA, DELTA oder OMEGA
- Fluss in Italien: PO, ARNO, TIBER oder ETSCH
- Fluss in Frankreich: SEINE, LOIRE oder RHONE
Bei solchen Fragen gibt es oft mehrere richtige Antworten. Erst die Buchstabenzahl und die Kreuzungen entscheiden, welche passt. Bei „Fluss in Frankreich“ mit fünf Buchstaben kommen etwa SEINE, LOIRE und RHONE in Frage.
Kurzformen und Namen
„Kurzform“ oder „Koseform“ steht bei Vornamen für eine verkürzte Variante. „Kurzform von Elisabeth“ kann ELSE, ELSA, LISA oder LIESE sein. Bei „Männername“ oder „weiblicher Vorname“ ist die Auswahl noch größer – hier hilft nur die Kombination aus Länge und Kreuzungsbuchstaben.
Abkürzungen wie „Abk.“, „Kurzwort“ oder „chem. Zeichen“ folgen eigenen Regeln. Sie werden im Ratgeber zu typischen Abkürzungen ausführlich erklärt.
Fremdsprachen und Wortbausteine
Sprachangaben am Anfang der Frage verlangen eine Übersetzung. Vorsilben und Nachsilben sind dagegen Wortteile, keine ganzen Wörter.
- engl.: Katze – CAT
- franz.: Wasser – EAU
- lat.: Gott – DEUS
- span.: Freund – AMIGO
- Nachsilbe: zum Beispiel HEIT, KEIT oder UNG
- Vorsilbe: zum Beispiel VER oder UN
Grammatische Hinweise: Plural und „ohne Artikel“
Die grammatische Form der Frage überträgt sich auf die Antwort. Steht die Frage im Plural, wird auch ein Plural gesucht: „Nadelbäume“ ergibt TANNEN oder FICHTEN. Manche Rätsel kennzeichnen das zusätzlich mit „Mz.“ für Mehrzahl.
Der Zusatz „ohne Artikel“ taucht vor allem bei Werktiteln auf. Er bedeutet, dass der Artikel im Titel weggelassen wird: „Oper von Mozart (ohne Artikel)“ kann ZAUBERFLOETE sein, von „Die Zauberflöte“. Beachten Sie auch hier den aufgelösten Umlaut.
Fragen mit Fragezeichen
Endet eine Rätselfrage mit einem Fragezeichen, ist sie meist nicht wörtlich gemeint. Es handelt sich um ein Wortspiel oder eine bildhafte Umschreibung. Ein bekanntes Beispiel: „Hat Zähne, kann aber nicht beißen?“ – gesucht ist KAMM oder SAEGE.
Hier lohnt es sich, die Frage laut zu lesen und nach einer zweiten Bedeutung der Wörter zu suchen. Häufig liefern ein oder zwei Kreuzungsbuchstaben den entscheidenden Anstoß.